Curacontact: Orientierung – Wege aufzeigen. Entscheidungen treffen.

Shownotes

Wir nehmen Sie mit in den Ausnahmezustand der Gesundheits- und Sozialwirtschaft: Reformen, gedeckelte Budgets und explodierende Anforderungen treiben uns als Führungskräfte an die Belastungsgrenze. Im Gespräch schildern wir, warum Krisenfrüherkennung und saubere Datenstrukturen heute über das Überleben Ihrer Einrichtung entscheiden.

Wir beleuchten, wie neue Gesetze, steigende Personalkosten und regulatorische Vorgaben wie ESG und GoBD zur echten Zerreißprobe werden – und warum die größte Gefahr nicht die knappen Kassen, sondern veraltete Managementmethoden sind. Hören Sie rein, wenn Sie Orientierung und praxisnahe Impulse suchen, um durch den dichten Nebel der Reformen zu steuern und echte Sicherheit für Ihr Unternehmen zu schaffen.

Transkript anzeigen

00:00:00: Willkommen zu unserem Podcast unserer mandanten Zeitschrift.

00:00:04: Ja, also wir wollen heute mal direkt mit einem Bild einsteigen das es glaube ich ganz gut passt.

00:00:10: stellen Sie sich vor sie fahren so mit hundertfünfzig Sachen über die Autobahn und plötzlich verlangt jemand von Ihnen dass sie bei voller Fahrt den Motor komplett austauschen und als wer das nicht schon genug dreht ihnen gleichzeitig noch jemand langsam den Sprit ab.

00:00:27: Also genau dieses Gefühl haben aktuell eigentlich alle, die in der Gesundheits- und Sozialwirtschaft eine Einrichtung leiten.

00:00:35: Ja das ist ein sehr treffendes Bild.

00:00:38: Wir knöpfen uns nämlich heute die aktuelle Cura Contact vor also die Ausgabe drei Punkt zwei sechs.

00:00:45: Der Schwerpunkt ist da Orientierung Wege aufzeigen Entscheidungen treffen

00:00:50: Richtig!

00:00:51: Und unsere Mission für diese Analyse Heute Ihnen als Führungskräfte so ein bisschen durch diesen extrem dichten Nebel zu helfen.

00:01:01: Also diesen ganzen regulatorischen und wirtschaftlichen Nebel der Reformen von zwanzig sechsundzwanzig, weil dieser doppelte Druck den Sie da gerade beschrieben haben ist ja extrem real.

00:01:11: Ja lass uns den Druck mal ganz konkret machen.

00:01:13: also wir sprechen daher über massive Summen.

00:01:15: allein dieses neue GKV-Beitragssatz Stabilisierungsgesicht

00:01:20: Ein typisch deutsches Wort ungetümmt

00:01:21: Total!

00:01:22: Das deckelt im Grunde die Erlöse Und das bedeutet für die Kliniken allein im Jahr twenty-sieben und zwanzig Einbußen von rund vier Komma eins Milliarden Euro.

00:01:31: Der Sprit wird also wirklich massiv abgedreht.

00:01:34: Absolut, und dann kommt eben noch dieser Motor Umbau dazu.

00:01:39: Wir haben da ein wirklich faszinierendes aber eben auch brutales strukturelles Problem.

00:01:45: Die Politik zwingt ja die freien Träger zum Beispiel durch das Pflege neue Ordnungsgesetz zu so einer strikten Tariftreue

00:01:53: Was ja höhere Personalkosten bedeutet.

00:01:55: Zwangsläufig, ja!

00:01:57: Aber gleichzeitig wird die Refinanzierung von genau diesen Kosten gesetzlich gedeckelt und sie als Geschäftsführung sitzen da genau in der Mitte dieser Zange.

00:02:07: Die Ausgaben steigen staatlich verordnet Und die Einnahmen werden staatlich begrenzt.

00:02:13: Da schmelzen die Marschen einfach weg.

00:02:15: Ganz genau

00:02:15: Okay.

00:02:16: aber Hand auf's Herz jetzt Wenn die Kassen so leer sind Dann hör ich als Lösung immer wieder dieses eine Schlagwort Und zwar Krisenfrüherkennung nach diesem Standard IDW-Sechzehn.

00:02:27: Ja, das hört man oft!

00:02:28: Ganz ehrlich ist es in der Praxis nicht einfach nur so?

00:02:31: eine gigantische Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für Wirtschaftsprüfer?

00:02:36: Also ein teures Papiermonster, dass am Ende eh in der Schublade

00:02:39: landet?!

00:02:41: Ich verstehe total den Impuls, das so zu sehen aber da muss ich wirklich strikt widersprechen weil es geht hier überhaupt nicht um Papierkram für den Prüfer.

00:02:50: Es geht um ihren persönlichen Schutz Nach Paragraf eins des Star-Rug, also dem Restrukturierungsgesetz.

00:02:57: Ah

00:02:57: ja?

00:02:57: Sind Sie nämlich gesetzlich verpflichtet eine rollierende vierundzwanzig Monatsliquiditätsplanung zu haben?

00:03:03: Warte!

00:03:03: Also geht es da schlicht um meine persönliche Haftung?

00:03:06: Exakt.

00:03:07: Wenn sie als Organmitglied – also Vorstand oder Geschäftsführung diese vorausschauende Planung nicht haben und das Unternehmengerät in Schieflage dann haften sie im schlimmsten Fall mit ihrem Privatvermögen.

00:03:18: Wow okay

00:03:20: Dieses System ist wirklich ihr juristischer Schutzschild.

00:03:24: Wenn Sie risikensystematisch nachweisen und gegensteuern, dann sind sie aus der Schusslinie

00:03:29: Verstehe.

00:03:30: Aber so eine Planung die fällt ja nicht einfach vom Himmel.

00:03:34: Und da kommen wir glaube ich zum eigentlichen Knackpunkt und zwar den Daten.

00:03:38: Richtig.

00:03:39: Wenn meine Abteilungen ihre Zahlen jetzt in fünf verschiedenen historisch gewachsenen Exelisten pflegen.

00:03:46: Oh ja, der Klassiker!

00:03:47: Ja dann kann ich diese Liquiditätsplanung doch eigentlich komplett vergessen oder?

00:03:52: Das ist genau der Wundepunkt in fast jeder Einrichtung.

00:03:55: Sie können sich die allerbeste Software kaufen oder von KI zur Prozessoptimierung träumen aber...

00:04:01: wenn die Daten nicht stimmen?

00:04:02: Genau Wenn in Ihrem System eine Leistungsart in Haus A komplett anders definiert ist als in Haus B oder wenn Sie haufenweise Dupletten haben, dann scheitert einfach jeder Algorithmus.

00:04:15: Eine belastbare Datenstrategie ist keine IT-Spielerei – das ist das Fundament!

00:04:21: Ohne saubere Daten haben sie keine Planung und ohne Planungen

00:04:25: keinen Schutz vor der Haftung.

00:04:26: Genau das.

00:04:28: Und diese unsauberen Daten, die blockieren ja nicht nur intern die Prozesse.

00:04:32: Die werden jetzt auch nach außen hin richtig brandgefährlich!

00:04:35: Wir haben da aus der Zeitschrift zwei echte Sprengsätze rausgelesen.

00:04:39: Oja...

00:04:40: Springsatz Nummer eins sind die Banken.

00:04:43: Durch neue regulatorische Vorgaben wie das BRUBG schauen die Bankens bei der Kreditvergabe nämlich nicht mehr nur auf die reinen Finanzen.

00:04:50: Richtig, es gibt da verstärkt um ESG-Daten.

00:04:54: Also Nachweise über Umweltsoziales und gute Unternehmensführung

00:04:58: Genau!

00:04:59: Und wenn Sie der Bank dann nicht quasi auf Knopfdruck nachweisen können wie hoch Ihre CO² Emissionen sind oder wie es um die Diversität in der Belegschaft steht Dann stuft die Bank sie automatisch als höheres Risiko ein Mit

00:05:10: direkten Folgen.

00:05:11: Ja,

00:05:11: die Zinsen steigen sofort an Oder die Finanzierung platzt gleich komplett.

00:05:16: Die

00:05:16: Banken werden eben regulatorisch dazu gezwungen das abzufragen.

00:05:20: Also wenn Ihre Systeme diese Nachhaltigkeitsdaten nicht liefern, dann zahlen sie buchstäblich drauf.

00:05:26: Wahnsinn!

00:05:27: Und Sprengsatz Nummer zwei ist fast noch verrückter weil da zwei Gesetze quasi frontal kollidieren.

00:05:33: Das ist ein extrem wichtiges Thema.

00:05:35: Es geht da um die normale Betriebsprüfung durch das Finanzamt.

00:05:38: Die fordern ja standardisierte Datenexporte Diese GoBD-Daten.

00:05:43: Aber in unseren Systemen im Gesundheitswesen hängen Rechnungen und medizinische Daten ja extrem eng zusammen.

00:05:50: Und wenn sie dem Prüfer jetzt unbedacht diesen Export schicken und da rutschen versehentlich die sogenannten DRGs rein, also diese detaillierten Fallpauschalen- und Diagnosen der Patienten...

00:06:00: Ja.

00:06:01: Dann haben Sie ein massives strafrechtliches Problem!

00:06:03: Sie verletzen in dem Moment nämlich die ärztliche Schweigepflicht nach Paragraf zweihundert drei des Strafgesetzbuches – und das ist absolut kein Kavaliersdelikt!

00:06:13: Okay, aber wie löse ich das dann in der Praxis?

00:06:15: Ich meine...ich muss dem Finanzamt ja die Daten geben.

00:06:18: Ja?

00:06:19: Aber ich darf die Patienten nicht verraten!

00:06:21: Was ist da der

00:06:22: Ausweg?!

00:06:23: Die Lösung liegt da in einer systemseitigen Pseudonymisierung und zwar zwingend bevor dieser Export überhaupt erstellt wird.

00:06:31: Also nicht einfach vorher schnell in Excel die Spalten löschen.

00:06:35: Nein los nicht.

00:06:36: Sie können das nicht manuell bereinigen.

00:06:39: Die Software muss so konfiguriert sein, dass echte Patientennamen oder sensible Fallnummern für den Finanzexport automatisch durch völlig neutrale bedeutungslose IDs ersetzt werden.

00:06:51: Und das Ganze muss dann noch in einer Verfahrensdokumentation absolut rechtssicher beschrieben sein!

00:06:57: Nur so stellen sie am Ende das Finanzamt zufrieden und wahren gleichzeitig das Patientengeheimnis.

00:07:03: Es läuft also am End wirklich alles wieder auf saubere kontrollierte Datenstrukturen hinaus.

00:07:08: Immer Das Motto ist agieren statt reagieren.

00:07:12: Wer heute wirklich noch glaubt, er könne abwarten und diese regulatorischen Vorgaben irgendwann später mal angehen, der verliert komplett den Anschluss.

00:07:21: Strategische Systemanpassung ist aktuell das einzige was in dieser Phase noch Sicherheit gibt.

00:07:31: Wir haben noch einen Gedanken zum Schluss, den sie vielleicht mal mit in ihr nächstes Management-Meeting nehmen können.

00:07:36: Wir schimpfen ja alle immer viel über die Politik und die knappen Kassen!

00:07:40: Aber was wenn die größte existenzielle Bedrohung für ihre Einrichtungen am Ende gar nicht die schrumpfenden Budgets sind?

00:07:48: Was, wenn die wahre Gefahr diese fatale Illusion ist?

00:07:52: Man könne all diese brandneuen digitalen Haftungs- und Datenanforderungen einfach weiterhängen mit den analogen Managementmethoden von gestern bewältigen.

00:08:01: Etwas zum Nachdenken!

00:08:03: Bis zum nächsten Mal.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.